Mit dabei seit Mitte 2010 Wohnort: Blaubeuren/Ulm Status: Urlaub
...und hat diesen Thread vor 1434 Tagen gestartet!
Fahrzeuge
1. Audi RS6 2. Sprinter 4x4 313CDI 3. Suzuki Wagon R 4. Kreidler F-Kart 5. Jawa 50 Typ 20 6. Microtrac 7. Mini MAZ537 8. Ural 4320 9. Belarus EO2621
Verfasst am: 27.07.2023 20:02:25 Titel:
Gestern war ein Tag zum vergessen. Sollte in einem Wohngebiet Big Bags und Paletten in einen Garten heben. Leider hat niemand was davon gesagt dass die Straße sehr eng und steil ist. War meine erste Baustelle dieser Art. Habe dann aufgebaut, leider übersehen dass am Nachbarhaus eine Garage in meinem Schwenkradius ist. Mit den Stützen und genügend Unterlage war ich gerade bei 2Grad Schräglage, das ist am Limit. Zum Glück beim schwenken rechtzeitig gemerkt vor ich in die Mauer gecrasht bin mit dem Gewicht.
Dann wieder abgebaut und zwei Meter weiter nach hinten gefahren und wieder aufgebaut. Kunde hat gemeint der Winkel passt soweit wie ich schwenken kann vor die Garage kommt. Dann haben wir den ersten Bag verhoben und gemerkt dass der Winkel wieder nicht passt. Also nochmal drei Meter zurück, langsam wird es dann mit der Reichweite insgesamt knapp. Also wieder abgebaut. Als ich die hinteren Stützen eingefahren habe hat der Kran auch einmal begonnen sich zu bewegen. Geistesgegenwärtig habe ich die Stützen dann weiter eingefahren so dass die Hinterachse auf den Boden kam und gebremst hat.
Was war passiert? In meiner Ausbildung hat der Kranfahrer gesagt bei seinem Kran werden nur die Hinterachsen mit der Feststellbremse gebremst und man muss daher aufpassen dass wenn nur die Vorderachse auf dem Boden ist der Kran anfängt zu rollen. Daraufhin habe ich in meiner Anleitung nachgelesen und dort ist angegeben dass bei meinem Kran alle vier Räder gebremst werden. Das hatte ich so auch explizit im Kopf und daher abgehakt als nicht gefährlich. Problem war nun vermutlich aber dass die Vorderachse ja keine Federspeicher hat und der Bremsdruck in der Vorderachse wohl mit der Zeit abgefallen ist, stand ja schon gut über eine Stunde. Also ab jetzt immer die Bremse aufmachen und neu betätigen. Ich hab dann zwecks Panik erstmal den Kunden reingesetzt und auf die Bremse treten lassen.
Dann also ein Stück zurück gefahren und wieder aufgebaut. Ging nun aber nicht mehr weil die Straße noch steiler war an der Stelle. Also ausprobiert was ich auch noch nie gemacht habe aber schon mehrmals gelesen habe. Sprich soweit hochgebockt wie es eben geht, dann den Ausleger steil aufgestellt und das Gewicht über die gegenüberliegen Stütze gefahren. Damit kann man die Stütze dann einfahren und der Kran steht auf drei Stück. Das gibt die Gelegenheit mehr Hölzer unterzufüttern und so langsam höher zu klettern um den Kran zu nivellieren.
Dann also endlich alles fertig gehabt, die Palettengabel angehängt und der Kran hat aufgehört zu schwenken. Dachte zuerst der Bolzen hat sich vielleicht verklemmt oder irgendwas aber die Hydraulik ging sofort in den Überdruck und der Oberwagen war wie festbetoniert. Scheisse, was mach ich jetzt. Er stand immerhin nicht wahnsinnig schräg, zumindest sah es so aus. Dann alles abgebaut und gemerkt dass ich ihn ja garnicht von den Stützen bekomme wenn ich das Gewicht nicht schwenken kann um die Stützen zu entlasten. Kurz davor einen großen Kran zu rufen ist mir eingefallen dass ich ihn ja vorne auf die Räder stellen könnte und mit den Hölzern die Hinterräder unterbauen kann. So habe ich es dann auch gemacht und habe ihn sicher auf die Straße bekommen. Da es nicht weit nach Hause war habe ich es riskiert zu fahren, sehr schwierig mit knapp 4m Breite.
Dann haben wir mal begonnen das Schwenkwerk zu zerlegen. Dass der Motor dreht war ziemlich schnell klar, also bleibt noch die Bremse oder das Getriebe.
Er hat schon immerwieder bisschen hakelig geschwenkt, das habe ich aber auf das Alter geschoben. Anscheinend war da etwas anderes im Argen.
Nachdem die Bremse dann offen war war das Problem auch schnell gefunden:
Beim Hersteller gibt es nur noch die komplette Bremse für 3500€, Köhler hat den Zylinder für 350€ und bei Schöbel hab ich ihn jetzt für 60€ bestellt.
Kleine Ursache, große Wirkung, und vorallem viel gelernt.
Achja, die einfachen Einsätze gibts natürlich schon auch noch:
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Verfasst am: 27.12.2023 12:58:45 Titel:
Vor Weihnachten haben wir endlich mal die Spitze montiert. Wenn man mal raushat wie es geht ist das garnicht der Aufwand wie man zuerst meint. Zuerst einmal klappen:
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Verfasst am: 27.12.2023 22:18:05 Titel:
Die Spitze ist um die 38,5m hoch, das ergibt dann eine Hakenhöhe von 37m.
Um die Beleuchtung aufzuhängen haben wir die Hakenflasche jetzt am normalen Ausleger hängen lassen. Um sie am Ausleger zu nutzen würde ich sie vorher abstellen, die Kautsche je nach Scherung am Ausleger oder an der Flasche lösen und dann das Seil aus der Kautsche nehmen. Dann das Seil am Ausleger ausfädeln und über die Rollen in die Spitze fädeln. Das Gewicht vom Endschalter noch nach vorne an den anderen Endschalter hängen, die Kabelverbindung herstellen, das Seil wieder in der Kautsche befestigen und an der Flasche einscheren.
Klingt ganz schön kompliziert ist es aber überhaupt nicht. Kann gerne auch mal eine Fotoreihe dazu machen, habe demnächst wahrscheinlich einen Auftrag wo ich sie mit voller Ausladung brauche.
Man kann sie übrigens auch nur einmal geklappt mit 8m oder eben doppelt geklappt mit 13m benutzen. Es ist an jeder Stelle eine Rolle und ein Endschalter verbaut.
Mit dabei seit Mitte 2012 Wohnort: 85250 Status: Offline
Verfasst am: 15.03.2024 19:17:14 Titel:
Hallo Steinbruchsoldat,
schönes Gerät, toller Bericht!
Was hat er denn für Aggregate? Auf einem Bild beim Öl einfüllen siehts aus wie ein OM366, stimmst oder getäuscht?
Getriebe Voith, Achsen Krupp oder Kessler?
Christoph