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Fahrzeuge
1. F20 JK
Verfasst am: 09.11.2009 20:27:04 Titel: Deutschland - Portugal im 79er Daihatsu Taft / Wildcat F20
Vor einem Jahr habe ich bei ebay diesen Daihatsu ersteigert, um ihn in Portugal als Alltagsfahrzeug einzusetzen. Als abschließender Test für die Einsatzfähigkeit des dreißig Jahre alten Wagens war von vorne herein die Überführung auf eigener Achse vorgesehen.
Während der Arbeit an dem, in den letzten Jahren nie regelmäßig bewegten Wagens, kamen mir doch die einen und auch anderen Zweifel, ob der alte Japaner überhaupt die 2500 km bis an die Algarve überstehen kann und dann auch noch einsatzfähig ist.
Lange haben mich die Bremsen beschäftigt, die sich hartnäckig der optimalen Funktion widersetzt haben. Neue Beläge und Radbremszylinder waren nicht ausreichend, auch der Hauptbremsylinder mußte überarbeitet werden. Nach ausgiebiger Entrostung wurden Lack und Unterbodenschutz teilweise erneuert. Mit neuer Bereifung stand dann dem H-Kennzeichen eigentlich kaum mehr etwas im Weg (außer lausiger Elektrik inklusive schlechtem Licht, müden Federn, antiken Stoßdämpfern, und, und, und).
Dennoch hatte der Ingenieur ein Einsehen mit dem betagten Wildcat, der es als zugfahrzeug eine Segeljacht in der Vergangenheit alles andere als einfach gehabt hatte. Das Oldtimerkennzeichen wurde erteilt und los gings mit den Testfahrten, die leider unwirsch durch einen Pleuelagerschaden unterbrochen wurden. Glücklicherweise hatte der letzte Besitzer teilemäßig vorgearbeitet, und einen Tauschmotor mitgeliefert. Wie alle Gebrauchtmotoren immer optimal gelaufen und nur 60 Tkm...
Allen Unkenrufen zum Trotz lief die Mumie nach jahrelangem Garagenschlaf und eigentlich unkompliziertem Einbau spontan an und machte einen zuverlässigen Eindruck.
Luxus pur - Sonderaustattung Drehzahlmesser und CD-Radio, das erstaunlicherweise sogar auf rauher Piste ohne Aussetzter Sound liefert.
Von Ulm im Süden Deutschlands gind es dann am 30.10.2009 los. Zunächst in Richtung Freiburg. Der Protagonist ist ein 79er Daihatsu Taft F20 mit originalem 1,6 Liter Benzin Motor und erfrischenden 68 Pferdchen. Oben bei Kilometer 32,6 - Deppenhausen!
Unten am ersten Tag bei Kilometer 312 bereits in Frankreich, Belfort, Produktionstätte des TGV.
Unten bei Kilometer 519 das erste Etappenziel Chalon-sur-Saône.
Oben das ständige Problem, für den der nur materialschonende 80 fährt - vierzig Tonnen im Nacken. Eigentlich erstaunlich, dass wer von den meisten als Verkehrshinderniß angesehen wird sich so über noch langsamere aufregen kann. Hab die ungehaltenen Brummifahrer bei Ihren Zwangspausen oder am Berg, der F20 kann auch bergauf lockere 80 liefern, wieder in die Tasche gesteckt - nicht unbedingt zu deren Freude.
Brotzeit auf französisch - trocken Wurst, Oliven, Baguette und Morbier. Rotwein wurde dazu aus verkehrsrechtlichen Gründen natürlich keiner getrunken.
Nach der zweiten Übernachtung in Eymet bei Kilometer 1134 erstmal Sprit bunkern. Bei einem stattlichen Tankvolumen von 35 Litern zahlt man noch gerne. Wie sich zeigt läuft der kleine Japaner tatsächlich mit nur 10 Litern im Schnitt. Auf den ersten tausen Kilometern noch 1 Liter Öl, später dann nur noch die Hälfte auf der selben Strecke.
130 Kilometer vor Pamplona und somit kurz vor dem Paß über die Pyrenäen - Herbsstimmung.
Sieht aus wie in der Schweiz ist aber das Baskenland. Und das vordert auch gleich die ersten Todesopfer - Wespen und Rotkelchen scheinen hier auch eine typisch südländische, gemütliche Art an den Tag zu legen. Ausweichen bei achtzig Fehlanzeige.
Wer versteht schon Baskisch? In den engen Serpentinen kann der kleine Japaner zum ersten mal mit dem fließenden Verkehr mithalten, der kurzen Übersetzung zum Dank.
Vermutlich Schafe aus Kastilien, die auch kein Baskisch verstehen...
Pamplona, Kilometer 1505 - kann bei der Druchfahrt leider wenig überzeugen. Weiter nach Logroño, der Hauptstadt des Rioja. Noch Tausend Kilometer bis ans Ziel, zum ersten mal überwiegt die Hoffnung - 16 Uhr Pamlona, Sonnenschein, Taft hält!!!
Wer mal dort war kennts, die spanische Autobahn, wenn sie nicht an der Küste liegt fährt da keiner. Unten nach einer weitern Übernachtung bei Kilometer 1542 im Hotel Murietta in Logroño, bei der der Senior sogar in der Tiefgarage übernachten durfte, gehts weiter durchs Rioja.
Ständige Begleiter auf dieser Strecke, Pilger auf dem Caminho do Santiago, auf der Suche nach was auch immer...
Kilometerweise spanischer Asphalt - Taft hält!
Wer denkt er mag Spanien, der soll mal durch fahren! Was solls, Kilometer 2023 Sancti Spiritus - Taft hält. Kurz darauf schon die portugiesische Grenze!
In Portugal angekommen gehts zur nächsten Übernachtung in Castelo Branco (2200km). Der arme kleine Taft muß mit großen, bösen Geländewagen in einer Garage übernachten. Im Notfall könnten ich samt Daihatst im Kofferraum eines der Toyotas weiterfahren.
Der erste Morgen in der neuen Heimat - Zeit für ein bisschen Gymnastik im Eukalyptuswald.
Weiter gehts durch das Californien Europas dem Alentejo, immer in Richtung Süden. Die Sonne brennt - der Taft hält!
Endlich die letzte Grenze der Reise erreicht - die Algarve ganz im Südwesten Europas. Wer häts geglaubt -Taft hält. Schnell noch die letzten Kilometer bis an die Küste abgespult und mit dem letzten Tropfen Sprit an den Strand.
Showdown im Sonnenuntergang am Strand von Vila Real de Santo Antonio.
2500 Kilometer mit einem dreißig Jahre alten Wagen ohne den kleinsten Defekt. 250 Liter Benzin bleifrei und zweiLiter Öl, war alles was der kleine Taft sich genehmigt hat. Hut ab vor der soliden und unverwüstlichen Technik. Als nächstes gehts nach Marokko. Vorher noch ein Paar Impressionen aus dem portugiesischen Alltag.
Mit dabei seit Ende 2008 Wohnort: 89077 Status: Verschollen
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1. F20 JK
Verfasst am: 10.11.2009 13:16:57 Titel:
Hallo Leute,
freut mich dass euch der Bericht Spaß macht. Hab hier noch ein paar Bilder vom Wagen vor der Überholung. Hab alles weggeworfen was sich da an überflüssigem Zubehör so angesammelt hatte in den ganzen Jahren. Nach meiner alten Regel, alles was nicht da ist kann auch nicht kaputt gehen.
Mal sehen wann ich nach Marokko komme. Ist von der Algarve aus ja nur ein Katzensprung. Allerdings bin ich hier derzeit mit der Fertigstellung unseres Hauses beschäftigt. Und mal sehen was die Dame des Hauses dazu sagt - auf Begeisterung kann da kaum gehofft werden.
Wahrscheinlich finden sich auch hier in Portugal noch einige gute Foto Motive. Offroadmäßig ist das der Hit. Massenhaft unbewirtschaftete Flächen Flussdurchfahrten, Sand, Steine Schlamm in allen Varianten. Davon kann man in Deutschland nur träumen.
Mit dabei seit Mitte 2006 Wohnort: Franken Status: Verschollen
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1. syncro TDI 2. HZJ 78
Verfasst am: 10.11.2009 14:53:19 Titel:
Schöner Bericht -
Schöner Hatsu!
Danke!
Den gleichen F 20 hatte ein Kumpel von mir
Anfang der 80er. Was wären wir ewig mit
dem kleinen Hatsu unterwegs.
Einfach ein sympathischer kleiner "Jeep".
Weiterhin viel Vergnügen und allzeit gute Fahrt damit.